Konditioniertes Entspannungstraining und Massage / Wellness für Mensch und Hund

"Der Liebe Mund küßt auch den Hund"

Deutsches Sprichwort

1. Konditionierte Entspannung

Entspannung und Erregung sind zwei gegenläufige Zustände und beide beeinflussen die Reaktion auf Umweltreize. Angst und Aggression stellen sich um so intensiver dar, je höher das Level der Erregung in dem jeweiligen Moment ist.

Darum gehört die Beeinflussung der Erregung bei Mensch und Tier zu den wichtigsten Eckpfeilern bei schwierigem Verhalten.

Übererregung kann beim Hund urplötzlich auftreten (etwa beim Anblick eines Hasen) und wir benötigen dann eine Methode, ihn schnellstmöglich emotional auf ein normales Niveau zu bringen.

Die Formatio reticularis, ein kompliziertes Netzwerk aus Neuronen und Fasern vermittelt z.B. verschiedene Funktionen wie die Regulierung von Aktivität und Aufmerksamkeit. In diesem Netzwerk gibt es so etwas wie einen Schalter, der zwischen dem denkenden Zustand und dem reflexiven Zustand umschalten kann. In dem einen sucht der Hund bewußt nach Lösungen und in dem anderen läßt sich der Ablauf von Reaktionen nur schwer willentlich beeinflussen und von außen stoppen (z.B. Flüchten, Angreifen). Es gilt also, den Hund so lange es geht im denkenden Zustand zu halten.

Dabei hilft ein Hormon, das Oxytocin. Es ist unter anderem für die soziale Bindung und Entspannung zuständig. Der Beginn der Wirkung dieses Hormons liegt oft an der Oberfläche wie in der Haut. So aktiviert z.B. ein Biss andere Fasern als ein Streicheln.

Liebevolle Berührungen aktivieren Fasern des Typ A-beta, leiten diese Information in das Gehirn und führen dort zu einer Erhöhung des Oxytocin Spiegels. Dieser Anstieg wirkt allgemein entspannend. Auch leichte Vibrationen und Wärme führen zu einer Oxytocin-Ausschüttung.

Wir haben also die Möglichkeit direkt von außen auf die Oxytocin Ausschüttung einzuwirken.

Mit der klassischen Konditionierung verknüpfen wir ein Signalwort z.B. "Ruhig" mit einer beruhigenden Massage und der daraus folgenden Entspannung. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit läßt sich dann mit dem Signalwort "Ruhig" allein schon eine Entspannung direkt hervorrufen.

Eine Entspannung erreichen wir mit Massieren, Streicheln und weichen Bürsten oder weichen Noppen. Jeder Hund reagiert hier ein wenig anders. Entscheidend ist, dass wir bei unserem Hund genau die Art und Weise herausfinden, die ihn in einen entspannenden Zustand versetzt. Erkennen können wir dies bei vielen Hunden an der Rute, denn die Wirbelsäule entspannt zuerst. Anschließend wird die Muskulatur des Kiefers entspannt und der Blick wird ganz weich. Wenig später entspannt der ganze Körper und der Hund legt sich auf die Seite.

Es geht hier also darum, einen schnellen Zugang zu einem entspannteren Zustand zu erreichen. Hat man erst einmal die Berührungen gefunden, die der Hund mag, sagt man das neue Signalwort, beginnt mit der entspannenden Berührung und diese wird in den Entspannungszustand führen.

Reagiert einmal ein Hund nicht mehr auf das Entspannungswort, sollte ihm direkt durch Bürsten, Massieren und Streicheln geholfen werden. Ist dies nicht möglich, kann man wenigstens eine andere Richtung einschlagen, umkehren oder die erregenen Reize entfernen.

Außer einem Signalwort "Ruhig" kann auch eine Decke, ein Stoffhalstuch oder ein olfaktorischer Reiz (denke hier an Lavendel) mit  der Entspannung verknüpft werden.

Wichtig kann die konditionierte Entspannung z.B. bei zu hoher Erregung im Spielverhalten werden.

Nicht immer funktioniert diese Art der Entspannung, sei es, dass der Hund es nicht mag, die Anwendung des Trainingsaufbaus zu starr ist, Schmerzen die Ursache sind u.a. . Es kann auch am andersartigen Verhalten der Bezugsperson liegen. Gut ist es manchmal, das Tier nicht anzuschauen oder zu berühren und nur in aller Ruhe daneben zu sitzen.

Entspannungssignale gehören auch regelmäßig auf die Ladestation! Die ursprüngliche Verknüpfung muss vertieft werden, damit das Ruhewort nicht mit Erregung verknüpft wird.

Nach dem Entspannungssignal folgt dann ein Alternativverhalten und das wird belohnt, denn ein Hund soll ja nicht permanent tiefenentspannt daliegen, sondern nur auf ein niedriges Erregungslevel gebracht werden, damit er wieder ansprechbar wird und er denkend erregende Situationen meistern kann.

2. Hundemassage und Wellness (Aromatherapie, Wärme, Berührungen und Farben)

Für Hunde ist eine uneingeschränkte Bewegungsfähigkeit sehr wichtig. Mit Massagen und Bewegungsübungen kann man die Fitness und körperliche Flexibilität erhalten und steigern.

Treppensteigen, langes Laufen über Asphalt und Hundesport sind z.B. Bewegungsabläufe, die wider die Natur des Hundes sind. Das schlägt sich in Verspannungen und schmerzender Muskulatur nieder.

Wir können einiges dafür tun, den Bewegungsapparat unseres Hundes zu unterstützen, so dass er fit bis ins hohe Alter bleibt. Eine ausreichende, wohl dosierte Bewegung, Koordinations- und Bewegungsübungen und sinnvolle Massagen gehören dazu.

Wir wollen in dieser Gruppenstunde klassische Massage anwenden, mit einem noppenbesetzten Massagestriegel arbeiten oder die Tellington Touch Methode von Linda Tellington-Jones anwenden.

Wir wenden Aromatherapie, Wärme, Berührungen und Farben an

Ganz nebenbei verringern wir das Erregungslevel des Hundes und leisten intensive und tief gehende Beziehungsarbeit.